Wer die Systeme baut

Marc und Lydia führen die DARIA US Tech, die digitale Werkstatt der Holding. Er baut seit 25 Jahren Software, sie steuerte 14 Jahre lang IT-Projekte im Konzern. Keiner von beiden hatte vor auszuwandern – heute leben sie in Cape Coral. 

Marc und Lydia bauen die digitale Seite von DARIA: Systeme zwischen den Tochterfirmen, Apps für die Member, Prozesse für die Holding. Was sie mitbringen: 25 Jahre Code-Erfahrung und 14 Jahre Expertise in Projektleitung auf höchstem Niveau.

Lydia ist seit gut zwei Jahren Member, Marc ist es seit Dezember 2024. Beide hatten nicht vor, auszuwandern. Jetzt leben sie in Florida.

Zwei Wege in dieselbe Firma

Marc ist von Haus aus Medienbetriebswirt. Programmieren hat er sich selbst beigebracht: Webapplikationen, Software im Browser, alles, was am Ende auf einem Bildschirm landet. „Programmieren ist für mich Handwerk. Es fasziniert und begeistert mich einfach, wenn am Ende aus Zeilen von Code ein sichtbares, funktionierendes Produkt auf dem Bildschirm entsteht.“ Diese Expertise hat er über 25 Jahre hinweg parallel zu seiner Führungslaufbahn kontinuierlich vertieft – unter anderem als Product Owner für die Car2Go-App, Mitinhaber einer Digitalagentur in Hamburg und die GF-Stabstelle IT der dpa-Tochter news aktuell GmbH.

Lydia hat Wirtschaftsinformatik studiert und ihre Bachelor-Thesis in einem Automobilkonzern geschrieben. Der Konzern übernahm sie: 14 Jahre Application Management, IT-Projektleitung. Die andere Hälfte des Tech-Geschäfts. Die, die nicht aus Code besteht, sondern aus Anforderungen, Plänen, Verantwortung.

Wer beiden zuhört, merkt schnell, warum sie sich gefunden haben. Marc baut. Lydia steuert.

Florida war ausgeschlossen, bis es möglich wurde

Auf die Frage, ob sie schon immer nach Amerika wollten, antwortet Marc als Erster. „Ich hatte schon immer Lust, mal außerhalb Deutschlands zu leben“, sagt er. „Aber ich habe eine junge Familie, drei Söhne. Da ist die Entscheidung nicht so einfach.“ Während der Corona-Zeit habe er auf Florida geschielt, weil dort vieles freier gehandhabt wurde. Trotzdem schloss er es aus. „Wie soll ich das machen?“

Den Hebel lieferte das Invest in Codes of Empire, ein beliebtes DARIA-Programm. Plötzlich hatte er ein Fuß in der Tür. „Dass sich das so schnell ergeben hat, war phänomenal.“

Lydia erzählt dasselbe in anderen Worten. „Ich habe nie darüber nachgedacht auszuwandern.“ Irgendwann, vielleicht. Mehr als ein Gedanke war es nie. Dann die DARIA-Reise nach Cape Coral im vergangenen Jahr, die jeder Member mindestens einmal unternimmt. „Es hat mir hier wirklich sehr gut gefallen. Nicht nur die Gegend, sondern auch die Community.“

Beide haben dieselbe Schwelle übertreten. Beide haben den gleichen Grund.

KI nimmt die Bauchschmerzen

Eine Tech-Firma in einer Holding aus dem Nichts aufzubauen: Das hätte vor zwei Jahren anders ausgesehen. Doch Marc blickt dem gelassen entgegen: „Vor den technischen Herausforderungen oder der Lösungsfindung haben wir in Zeiten von KI keine Bedenken mehr. Die Arbeit als Entwickler hat sich in den vergangenen sechs Monaten fundamental verändert – wir arbeiten heute deutlich effizienter, schneller und gehen komplexere Problemstellungen weitaus gelassener an.“ Das Ergebnis: Mehr Effizienz, mehr Tempo und deutlich weniger Aufregung vor neuen Aufgaben.

Die echte Hürde liegt anderswo. „Wir brauchen trotz KI weiterhin Personal“, betont Marc. „IT besteht schließlich nicht nur aus Programmieren. Es geht um Hardware-Beschaffung, Software-Einkauf, das Klären von Anforderungen und die Umsetzung – und zwar so, dass am Ende sowohl die Tochterfirmen als auch die Holding zufrieden sind. Die größte Herausforderung wird es sein, genau dafür das geeignete Personal zu finden.“ Lydia nickt. „Die Priorisierung der Themen, das Personal. Aber wir sind sicher, dass wir jemanden finden, der uns tatkräftig unterstützt.“

Entwickler trifft Projektleiterin

Wer die Rollen im Team trennen will, kann sich an den Lebensläufen orientieren. „Wir setzen das wie ein Projekt auf“, sagt Lydia. „Jeder hat seine klaren Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Marc als Entwickler. Ich kümmere mich um Projektleitung, Anforderungsmanagement, Prozessentwicklung.“

Es ist die Aufstellung, die in einem Konzern Standard wäre. Hier ist sie neu. Hier gibt es niemanden über ihnen, der die Prozesse schon vorgegeben hat.

Was Konzerne nicht haben

Genau diese Gestaltungsfreiheit ist für beide der entscheidende Punkt. Während Lydia aus festen Konzernstrukturen kommt und Marc als Agentur-Inhaber bisher für externe Kunden baute, können sie hier von der ersten Sekunde an alles selbst bestimmen. „Das ist jetzt unsere Firma“, sagt Lydia. „Wir setzen unsere Prozesse auf und können die Richtung vorgeben. Das ist das Spannende.“

Marc ergänzt das mit einem Wort, das er häufiger benutzt: Community. „Diese Persönlichkeit, diese Menschlichkeit. Dass wir uns alle einhaken und zusammen etwas aufbauen. Das unterscheidet sich enorm von anderen Firmen, die ich kennengelernt habe.“ Er kommt aus dem Mittelstand, nicht aus dem Konzern. „Auch da ist alles menschlich. Aber bei DARIA ist das wirklich was Besonderes.“

Es ist der Grund, warum er mit seiner Familie nach Florida gekommen ist. „Ich glaube nicht, dass mir eine andere Firma so ein gutes Gefühl gegeben hätte, diesen Schritt zu gehen.“

Lydia sieht es ähnlich. „In so einer Community weiß man: Dein Kunde ist die Community. Jeder Einzelne verlässt sich auf uns. Das ist eine andere Motivation, weil man weiß, man gibt sein Bestes für die Gemeinschaft.“

Vom Schulenglisch zum Profi

Am Ende des Gesprächs kommt es noch auf das Englisch. Marc lacht. „Am Anfang war es eine kleine Umstellung, mein Englisch wieder voll im Daily Business zu aktivieren. Aber man kommt unglaublich schnell wieder rein und lernt jeden Tag dazu.“ Lydia hat das längst hinter sich. Ihre Projekte laufen seit Jahren auf Englisch. „Mit der Praxis wird man auf jeden Fall besser.“

Sie wussten, was kommt: Anfragen aus den Tochterfirmen, Prozessoptimierung, Systeme, die niemand vorher gebaut hat. Sie wussten auch, was sie zurücklassen: feste Strukturen, sichere Rollen und ihre vertraute Umgebung. Und sie haben es trotzdem getan.

Heute leben sie beide in Cape Coral. Hinter ihnen liegt eine große Entscheidung. Vor ihnen liegt eine aufregende Vision, die sie nun mit Leben füllen. Sie sind bereits mittendrin.

Autor Rouven Zietz

Rouven Zietz

Kommunikationsstratege

Versteht Kommunikation als Verbindung – zwischen Menschen, Marken und Ideen. Als studierter Kommunikationsexperte (M.A.) mit journalistischem Hintergrund und strategischem Blick entwickelt er seit 18 Jahren klare, wirksame Konzepte für anspruchsvolle Kommunikation.

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